Bücher in der digitalen Welt

ebookJe weiter die Digitalisierung der Welt fortschreit, desto mehr Bereiche des Lebens werden davon betroffen. Die stärkste Veränderung machen dabei die klassischen (Träger-)Medie durch, angefangen bei den Tonträgern, danach die Bildträger und jetzt gelanen auch Druckerzeugnisse immer mehr in den Sog der Digitalisierung.

Mit dem Aufkommen guter Komprimierungswerzeuge und den ersten portablen Abspielgeräten für digitale Musikdateien war als erstes die Musikindustrie betroffen. Mit der Verbreitung von Breitbandinternetanschlüssen und ebenfalls einer Verbesserung der Komprimierungswerzeuge dann die Filmindustrie.
Und als letztes Medium, mit dem aufkommen portabler Lesegeräte, die Druckmedien in Form von Büchern.

Was bisher geschah

Die Idee (literarische) Texte zu digitalisieren und elektronisch Verfügbar zu machen ist allerdings schon älter als das Internet. Die Idee, Texte in grösserem Stil zu digitalisieren und die Umsetzung dieser Idee in grösserem Stile enstand 1971. Der Student Michal Hart startete damals das “Project Gutenberg“.

Mit der weiteren Verbreitung von Heimcomputern und dem Internet fanden digitale Texte eine stetige, wenn auch langsam voranschreitende, Verbreitung. So wurden Texte auf CD-ROM mit Suchfunktion verkauft um schnell in Quellen recherchieren zu können, im Internet zum online Lesen bereitgestellt oder als Datei zum Download verfügbar gemacht. Die Bandbreite der Werke reicht dabei von frei verfügbaren Texten, über originäre Werke bis hin zu digitalisierten Version aktueller Bestseller.

Das Lesen dieser Werke setzte am Anfang noch voraus, dass man sich entweder vor den PC setzte um sie am Monitor zu lesen oder sie auf dem Drucker selbst ausdruckte (wobei dann die Kosten schnell über die einer klassichen Buchausagabe steigen können).

Mit dem Aufkommen immer leistungsfähiger mobiler Geräte wurde es dann auch möglich, die Texte dort zu lesen, wo man sich gerade befand. Und die Idee, auf das Lesen von Texten optimierte Geräte zu entwicklen und anzubieten wurde für Firmen interessant. Lange blieben diese Geräte Nischenprodukte und erst in den letzten Jahren entwickelte sich ein eigentlicher Markt für Lesegeräte und elektronische Texte.

Heute, 2009

Aktuell befinden wir uns in einem Umbruch in der Bücherwelt. Es bildet sich langsam ein Markt für digitale Bücher und Lesegeräte. So gibt es zwischenzeitlich ein halbes Dutzend Hersteller von Lesegeräten, darunter auch bekannte Name wie Sony und Amazone, und eine bald unüberschaubare Anzahl von Anbietern elektronischer Texte; und fast schon wöchentlich öffnet ein neuer Laden für digitale Bücher seine virtuellen Pforten.

Diese Entwicklung bringt aber auch gleichzeitig Diskussionen um die beste Technik mit sich, darum auf welche Technik, welchen anbieter man setzten soll, wie Bücher aussehen sollen, wenn das Format, die grösse variabel ist und nicht mehr beeinflussbar ist. Es stellt sich aber auch die Frage nach dem Umgang digitaler Raubdrucke, denn es ist einfacher eine Datei zu kopieren als physisches Buch.

Die Buchbranche ist im Moment an einem Punkt, wo die Musikindustrie schon war, und sie hat die Möglichkeit mehr richtig zu machen diese. Als erstes setzt sie sich schon intensiver mit dem Thema der digitalisierung auseinander, was schon mal ein guter Anfang ist.

Was kommt?

Ich werde mich in weiteren Artikeln mit einzelnen Aspekten des digitalen Publizierens auseinandersetzen. Also: Keep on Reading.

Foto von TahoeSunsets auf Flickr; Lizenz Creative Commons

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